
„Ich bin nicht dramatisch zusammengebrochen — ich bin einfach ausgelaufen.“
DEPRESSED / ENGLISH TEXT BELOW
In meinem Kopf war vermutlich gerade dieser Moment, in dem selbst das Aufstehen schon wie ein Projekt mit zu vielen Arbeitsschritten wirkt.
Die Figur hängt da wie ein leerer Akku mit Beinen. Der Kopf zu schwer, die Arme zu lang, der Blick irgendwo zwischen „lass mich“ und „ich weiß auch nicht mehr“. Und aus dem Gesicht läuft nicht nur Traurigkeit, da läuft Energie raus, Lebensgeister , Antrieb, Freude, Motivation,Farbe etc. Vielleicht auch ein bisschen von dem, was man früher mal für Glück gehalten hat.
Das Wort Depressed sitzt oben drauf wie ein Label, das man eigentlich nie freiwillig tragen wollte. Nicht als Modeaccessoire. Nicht als Ausrede. Eher wie ein verdammter Aufkleber, den das Leben einem auf die Stirn geklebt hat, während man gerade nicht aufgepasst hat. Tik du hast ihn.
Wie ein roter Irokesenschnitt bei einem Punk.Maximal auffällig, aber im Prinzip nichts schlechtes.
Und trotzdem hat das Bild diesen bitteren Humor. Diese fast schon verwirrende Übertreibung. Als würde es sagen: „Ja, mir geht’s beschissen, aber wenigstens sieht es als Cartoon ganz brauchbar aus.“ Genau darin steckt etwas Starkes. Nicht schönreden. Nicht dramatisieren. Einfach ehrlich zeigen: Manchmal ist man nicht kaputt, nicht faul, nicht schwach. Manchmal ist man einfach leer.
Aber leer heißt nicht endgültig.
Leer heißt erstmal nur: Da war mal zu viel drin, lass uns das Gefäss Restaurieren und neu befüllen , das hält dann wieder n paar Jahre.
Vielleicht muss man nicht sofort wieder funktionieren. Vielleicht reicht es, nicht komplett zu verschwinden. Einen Fuß noch auf dem Boden. Ein kleines bisschen Rest-Ich im Körper. Und irgendwo dazwischen die Hoffnung, dass selbst aus einer Pfütze irgendwann wieder etwas aufsteigen kann.
Depressed.
Nicht tot.
Vielleicht sollte man einfach nur mal wieder die Frisur wechseln.