I’m Fine
In meinem Kopf war vermutlich gerade dieser Moment, in dem man nach außen noch irgendwie lächeln möchte, aber innen schon längst jemand das Licht gedimmt hat.
Da steht diese kleine Figur, dünn wie ein letzter Nerv, mit traurigem Gesicht und einer einzelnen Träne, während oben drüber in großen Buchstaben steht: I’m fine. Und genau darin liegt der ganze Schmerz. Nicht im Weinen. Nicht in der Traurigkeit. Sondern in diesem verzweifelten Versuch, alles kleinzureden.
„Alles gut.“
Der Lieblingssatz von Menschen, bei denen gerade überhaupt nichts gut ist.
Das Bild fühlt sich an wie ein innerer Kompromiss: Ich will gesehen werden, aber bitte nicht zu sehr. Ich will Hilfe, aber bitte frag mich nicht, weil ich dann vielleicht ehrlich antworten müsste. Ich will stark wirken, obwohl ich gerade damit beschäftigt bin, nicht komplett auseinanderzufallen.
Und trotzdem ist auch hier wieder dieser schwarze Humor. Dieses kleine traurige Wesen ist fast schon frech ehrlich. Es sagt nicht: „Mir geht es wunderbar.“ Es sagt: „Ich spiele gerade die Rolle eines funktionierenden Menschen — und die Kritiken sind gemischt.“
Vielleicht steckt genau darin die Wahrheit: Manchmal ist „I’m fine“ kein Zustand. Es ist ein Schutzschild. Ein Pflaster auf einer Stelle, die eigentlich Luft bräuchte. Ein Satz, den man sagt, damit niemand merkt, wie laut es dahinter ist.
Aber die Träne verrät es trotzdem.
Und vielleicht ist das gut so.
I’m fine.
Natürlich.
Sieht man doch.