Twisted Mind
In meinem Kopf war vermutlich gerade dieser Moment, in dem die Gedanken nicht mehr in eine Richtung laufen, sondern anfangen, sich ineinander zu verdrehen.
Da ist kein ruhiges Nachdenken mehr. Das ist kein „Ich sortiere mal kurz meine Gefühle“. Das ist eher: Jemand hat im Oberstübchen einen Mixer angemacht und vergessen, den Deckel draufzusetzen. Alles dreht sich. Alles zieht nach innen. Und irgendwo aus diesem Strudel schreit noch ein Teil von mir: „Ganz kurz bitte, ich war mental eigentlich nur Brötchen holen.“
Das Gesicht wirkt wie ein innerer Ausnahmezustand. Ein Auge starrt nach außen, als würde es noch versuchen, Kontakt zur Realität zu halten. Der Rest wird von dieser Spirale verschluckt. Gedanken, Zweifel, alte Geschichten, Zukunftsangst, Selbstkritik — alles einmal durch den mentalen Fleischwolf und dann bitte schön als Tagesform serviert.
Und trotzdem ist da wieder dieser schwarze Humor. Dieses Bild sagt nicht einfach: „Ich bin verrückt.“ Es sagt eher: „Mein Kopf ist manchmal ein verdammt kreativer Ort — leider ohne Brandschutzkonzept.“ Da ist Wahnsinn drin, ja. Aber auch Energie. Ausdruck. Übertreibung. Leben. Vielleicht sogar Kunst.
Denn eine verdrehte Gedankenwelt ist nicht automatisch eine verlorene. Manchmal ist sie nur ein Zeichen dafür, dass zu lange zu viel ungeordnet herumlag. Zu viele offene Fragen. Zu viele innere Stimmen. Zu viele Baustellen mit blinkenden Warnlampen.
Vielleicht geht es also nicht darum, sofort wieder gerade zu werden.
Vielleicht reicht es erstmal, den Strudel zu erkennen, ohne sich komplett von ihm fressen zu lassen.
Twisted Mind.
Nicht schön sortiert.
Aber immerhin noch laut genug, um gehört zu werden.